Bericht zum 11. Workshop des Netzwerk Terrorismusforschung (31.08.-01.09.2012, München)

Bericht zum 11. Workshop des NTF

 

31.08.-01.09.2012 Das Netzwerk Terrorismusforschung hält seinen 11. interdisziplinären Workshop ab. Veranstaltungsort ist diesmal die Universität der Bundeswehr München aus Anlass des 40. Jahrestags des Olympiattentats.

 

 

Auf Einladung von Dr. Eva Herschinger und Frank Sauer, wissenschaftliche Mitarbeiter der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften, veranstaltete das interdisziplinäre Netzwerk Terrorismusforschung (NTF) einen zweitätigen Workshop im Senatssaal der Universität. Durch die Tagung führte Sebastian Baden von der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, der als Sprecher des Netzwerks ebenfalls zum Workshop an die Universität der Bundeswehr eingeladen hatte.

 

Der erste Teil des Workshops legte den Fokus auf den Terrorakt während der Olympischen Spiele in München 1972. Es hätten die „heiteren Spiele“ werden sollen. Stattdessen prägten die Geiselnahme und Ermordung von elf israelischen Sportlern durch Mitglieder der palästinensischen paramilitärischen Organisation „Black September“ das Sportereignis.

 

Das Olympiaattentat wurde während des Workshops in mehreren Vorträgen aus sowohl historischer, ethnographischer als auch soziologischer Perspektiven beleuchtet.

 

Szene aus “Black September”, Christoph Draeger, 2002, 14 min Video und Installation, mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

Per Videokonferenz zugeschaltet, präsentierte und diskutierte der zurzeit in Wien lebende Schweizer Künstler Christoph Draeger seine Installation „Black September“. Die Video-Installation versetzt  den Betrachter in den Raum der Geiselnahme und die verstörende Situation zurück, in der 1972 nicht nur erstmals die breitere Bevölkerung, sondern auch die Attentäter und die Geiseln selbst, der Entwicklung der Ereignisse im Olympischen Dorf live im Fernsehen zusehen konnten.

 

Auch in einer auf dem Workshop präsentierten medienwissenschaftlichen Analyse von Steven Spielbergs Film „München“ spielte dieses Motiv der medialen Selbstbeobachtung eine zentrale Rolle.

 

Neben dem Schwerpunkt „München 1972“ standen im zweiten Teil des Workshops wie immer auch aktuelle Forschungsarbeiten zu anderen Themen aus dem Bereich der Terrorismusforschung zur Diskussion. Hier beschäftigten sich Vorträge unter anderem mit der Rolle des Föderalismus bei der Aufarbeitung derrechtsextremen Gewalttaten von Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sowie mit Stand und Perspektiven der sozialwissenschaftlichen Terrorismusforschung in Deutschland.

 

Die zweitägige Veranstaltung, an der auch mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Staats- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der UniBW teilnahmen, war von einer gleichermaßen intensiven wie angenehmen Diskussionsatmosphäre geprägt.

 

Mitglieder des NTF während der Tagung im Senatssaal

Das Netzwerk Terrorismusforschung ist ein Zusammenschluss von mittlerweile über 200 jungen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Disziplinen, die sich mit Fragen und Problemen aus dem Themenbereich Terrorismus und Terrorismusbekämpfung befassen.

 

Dem Netzwerk gehören auch Praktiker, etwa aus dem Bereich der Polizeiarbeit, an. Es soll Kontakte schaffen und als Forum dienen für Ideen- und Informationsaustausch, Projektvorstellungen und gemeinsame Projekte. Neben dem Internetauftritt unter www.netzwerk-terrorismusforschung.de und einer Mailingliste dienen hierzu regelmäßig Workshops wie der an der Universität der Bundeswehr veranstaltete.

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